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Hier berichten wir über kommunalpolitische Themen.
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Das Märchen
vom unendlichen Wachstum „Wachstum schafft Wohlstand und Arbeit“, so lautet eine griffige Formulierung in Wahlkampfzeiten. Wachstum muss also angeblich sein, um Gesellschaften und Staaten am Leben zu erhalten. Dabei haben Wachstum und Arbeitsplätze nachweislich gar nichts miteinander zu tun. Produktivitätssteigerungen werden in aller Regel durch neue Technologien, Rationalisierungen oder Verlagerungen der Produktion in Billiglohnländer erzeugt. Alle diese Entwicklungen sind also eher Arbeitsplatzvernichter. Wachstum findet aber dennoch statt: Wachstum in ungeheurem Ausmaß bei Börsenspekulanten und Gehältern der Top-Manager, die innerhalb der letzten Jahrzehnte ihre Einkünfte um das Zwanzigfache steigern konnten. Auch das Bruttosozialprodukt hat sich mehr als verdoppelt. Aber: - Die Arbeitslosenzahl hat sich verdoppelt, auch wenn derzeit die Beschäftigungslage so gut ist wie lange nicht mehr. - Die Staatsverschuldung ist stetig angestiegen und hat sich seit den 80er Jahren ungefähr verdoppelt. - Die Anzahl der Armen, vor allem auch die Kinderarmut hat sich verdreifacht. - Die Anzahl prekärer Arbeitsverhältnisse hat sich ungefähr verdreifacht ( Arbeitsverhältnisse, bei denen der Verdienst nicht zum Leben ausreicht). Die Reallöhne sinken ebenfalls seit Jahren. Auch im gelobten Land, den USA, haben immer mehr Menschen Probleme, ihr Leben zu finanzieren, leben weiterhin ohne Sozial- und Krankenversicherung mit teilweise einem Lohn um 3 Dollar/Std. Und noch etwas zeigt sich immer deutlicher: Unser Planet ist zu klein für unendliches Wachstum und birgt zu wenig Ressourcen, dass das Wachstum unendlich währen könnte. So wird immer deutlicher, dass die weltweit immer größere Kon-kurrenzsituation zur Ausbeutung ganzer Bevölkerungen führt. Kinderarbeit unter miesesten Bedingungen ist hierfür nur ein erschütterndes Beispiel. Ohne daran zu denken kaufen wir den billigen Fußball oder die billigen Turnschuhe aus Fernost. Die Zerstörung der Umwelt ist in diesem gnadenlosen Denken an der Tagesordnung. Auf Interessen und Lebensgrundlagen der Ur-bevölkerung wird dabei keine Rücksicht genommen. Der Kampf um Rohstoffe auf unserem Planeten, die begrenzt sind, wird teilweise bereits mit kriegerischen Mitteln, z.B. in Afrika, geführt. Rohstoffe werden z.T. bereits durch Monopolisten, das können auch die Staaten sein, künstlich verknappt. Sie werden gehortet, z.B. durch die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, China. Man spricht bereits vom China-Faktor. So hat sich China dieses Jahr angeblich ca. 48% der Welt-Eisenerz-Vorkommen gesichert. Eine unselige Entwicklung ist auch das sogen. Land-Grabbing. Staaten, Spekulanten oder weltweit operierende Konzerne kaufen dabei Ländereien in Afrika, Asien oder Lateinamerika, um entweder die Ernährung der eigenen Bevölkerung zu sichern, Gewinne z.B. an den Lebensmittelbörsen zu erzielen oder mit Bio-energie Geld zu machen. Fazit: Der Landesbevölkerung wird die Lebensgrundlage entzogen und kleinbäuerliche Strukturen zerschlagen, die bisher der Ernäh-rung der Menschen vor Ort gedient haben. Übrigens geht man davon aus, dass bereits 10-30 % des verfügbaren Landes auf diese Weise „umgenutzt“ wurden. Wem also nützt das Wachstum und welche Folgen hat es für das Leben auf unserer Erde? Feststellen kann man Folgendes: - Wachstum nützt beileibe nicht allen Menschen. Es nützt nur wenigen! Den meisten fügt es großen Schaden zu. - Wachstum ist die sicherste Möglichkeit, unseren Planeten langfristig und unaufhaltsam zu zerstören. - Wollen alle Menschen dieser Erde so leben wie wir mit ebensolchen Konsumgewohnheiten, bräuchten wir - so eine treffende Aussage- zwei Planeten der Größenordnung Erde. Also, wir könnten z.B. weniger Auto fahren, wir könnten unseren Müll sauber trennen und Elektroschrott in den Stoffkreislauf zurückgeben, wir könnten darauf verzichten, immer das neueste Handy zu haben, wir könnten „Fair-trade“- Produkte kaufen, nicht mit einem riesigen Landrover zum Einkaufen fahren, und, und, und. Allerdings gäbe es dann kein Wachstum mehr. Oder doch? Wachstum an Zukunft und Lebensmittelqualität wären auch Wachstum!!
Die Gemeinschaftsschule: Bei
einer Stippvisite hatte Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer im
Februar Gelegenheit, sich ein Bild von den Creglinger Schulen zu machen
und die Schulpolitik der Landesregierung zu skizzieren. Der wichtigste
Bestandteil dieser Politik ist die Einführung der Gemeinschaftsschule
dort, wo Gemeinde, Eltern,
Schüler und Schule das wünschen. Gemeinsames
Lernen bis zur 9. oder 10. Klasse ist fast überall auf der Welt üblich.
Nur in wenigen deutschen Bundesländern und Österreich gibt es nach der
Grundschule noch die strikte Aufteilung der Kinder auf verschiedene
Schularten. Dass Länder wie Finnland, Australien, Kanada und Neuseeland
traditionell alle Kinder gemeinsam unterrichten und damit in
internationalen Vergleichsstudien sämtliche deutschen Bundesländer klar
abhängen, hat auch in Deutschland viele Länder zum Umdenken gebracht.
Sachsen, das nach der Wiedervereinigung nie das dreigliedrige Schulsystem
übernommen hat, sondern eine Mittelschule (Hauptschule / Realschule) und
ein Gymnasium anbietet, hat 2008 im PISA-Vergleichstest sogar die Bayern
vom bundesdeutschen Platz eins verdrängt. Bayern wiederum (das
international nur im Mittelfeld liegt) bezahlt seine guten Werte mit einer
strengen Aufteilung der Kinder nach Klasse 4 und einer niedrigen
Abiturrate. Dass
die Gemeinschaftsschule (in anderen Bundesländern heißt sie
Mittelschule, Stadtteilschule oder Integrierte Gesamtschule) schon lange
kein Baby der Linken mehr ist, zeigt sich daran, dass etwa
Schleswig-Holstein, Thüringen, Sachsen und ab dem nächsten Schuljahr
auch das Saarland diese Schulform eingeführt haben, in denen die CDU in
der Regierung sitzt. Was sich die Deutschen allerdings nicht nehmen
lassen, ist das Gymnasium. Während dieses meist nach 8 Jahren zum Abitur
führt, haben die Kinder in Gemeinschaftsschulen 9 Jahre Zeit. Als
vor einigen Jahren der Schweizer Pädagoge Peter Fratton (der heute die
Landesregierung in Sachen Gemeinschaftsschule berät) in
Tauberbischofsheim zu einer Veranstaltung eingeladen war, nahmen auch
Vertreter aus dem Regierungspräsidium in Stuttgart teil. Damals zeigte
die Schule in Külsheim, die unter sinkenden Schülerzahlen litt,
Interesse daran, sich zu einem Lernhaus nach dem Modell Fratton
weiterzuentwickeln. Und siehe da: Sie
wurde von den Behördenvertretern ermutigt, diesen pädagogisch
fortschrittlichen Weg zu gehen. Auch wenn sie in der Aufbauphase vom
Kultusministerium nur mangelhaft unterstützt wurde, lässt sich daran,
dass die Stadt Külsheim überhaupt ihr Lernhaus aufbauen konnte, ablesen,
dass auch unter der letzten Kultusministerin bereits in diese Richtung
gedacht wurde. Wenn nun unter der neuen Regierung die Gemeinschaftsschule
eine Option für alle Kommunen und Schulen ist, so ist das nur eine
logische Fortführung einer Entwicklung, die in ganz Deutschland schon
weit vorangeschritten ist und der deutschen Schullandschaft den Anschluss
an die PISA-Sieger ermöglichen soll. Gemeinschaftsschulen überall - warum denn
plötzlich? Die
Auflösung des gegliederten Schulsystems hat mehrere Gründe. Die
Hauptschulen verlieren seit Jahrzehnten an Akzeptanz. Trotz der bislang
verbindlichen Grundschulempfehlung hat der Druck der Eltern dazu geführt,
dass die Realschule zur neuen Volksschule wurde, in Universitätsstädten
auch das Gymnasium. (Was im Umkehrschluss bedeutet, dass diese Schulen de
facto schon heute eine Art Gemeinschaftsschule sind, die aber leider Schüler
immer noch "abschulen" dürfen.) Auf
dem Land stellte die letzte Landesregierung mit ihrem Vorstoß, den
Werkrealschulabschluss für zweizügige Hauptschulen auszubauen,
ausgerechnet qualitativ hochwertige einzügige Hauptschulen plötzlich vor
das Aus. In den Städten sind die Hauptschulen schon lange ein
Auffangbecken für Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen, oft mit
Sprachschwierigkeiten. Wirtschaft und Handwerk beklagen sich über das
Niveau des Hauptschulabschlusses. So fordert der Baden-Württembergische
Handwerkstag seit Jahren die Einführung einer Gemeinschaftsschule. Ein
zweiter Faktor ist die Bevölkerungsentwicklung: Verteilt man die Kinder
nach Klasse vier auf die Schularten, so bedeutet das bei sinkenden Schülerzahlen,
dass Schulen geschlossen werden und die Schüler immer weitere Wege zurücklegen
müssen. Creglinger Schüler wissen seit jeher ein Lied davon zu singen:
Jugendliche aus den Ortschaften fahren täglich drei Stunden Bus und Bahn,
um in Bad Mergentheim das Abitur an einem Beruflichen Gymnasium abzulegen. Der
dritte Faktor ist die soziale Ungerechtigkeit des gegliederten Systems,
auf das die PISA-Forscher seit Jahren hinweisen. Überproportional viele
Akademikerkinder erlangen die Hochschulreife, Arbeiterkinder dagegen haben
geringe Chancen auf einen höheren Bildungsabschluss. Wenig
Beachtung in der Öffentlichkeit (und an den Schulen) haben die Studien
der Hirnforschung gehabt. In den vergangenen Jahren konnte nachgewiesen
werden, dass sich bei Schülern der Unter- und Mittelstufe
Wissensaneignung, also die neuronale Vernetzung im Hirn, am besten durch
aktives und selbstverantwortliches Tun vollzieht. Das heißt, dass zu viel
Frontalunterricht - Zuhören und Aufschreiben - bis ins Alter von 16
Jahren wenig Lernwirkung zeitigt. Natürlich kann autonomes Lernen auch im
gegliederten Schulsystem umgesetzt werden. Da die Gemeinschaftsschule
individuelles Lernen aber geradezu voraussetzt, führt sie - richtig
umgesetzt - auch pädagogisch in die richtige Richtung. Wie soll der Unterricht aussehen? Vorbild
der Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg ist das Lernhaus des
Schweizer Pädagogen Peter Fratton. Fußend auf der hundert Jahre alten
Reformpädagogik Maria Montessoris setzt Frattons Pädagogik auf autonomes
Lernen in einer vorbereiteten Umgebung. Die Schüler finden in der Schule
Lernmaterial vor (auch Bücher, aber nicht unbedingt Schulbücher im herkömmlichen
Sinne), mit dem sie sich selbstständig bilden können. Der Lehrer gibt
eine Einführung in das Thema oder in die Methodik (die frontal ablaufen
kann), erarbeitet gemeinsam mit den Schülern ihren Lernplan, steht ihnen
beratend zur Seite und evaluiert mit ihnen die Ergebnisse. Um
das Menschenbild zu vermitteln, das hinter dieser Pädagogik steht, sei
hier die Homepage der Freien Schule Anne-Sophie zitiert, einer
Privatschule in Künzelsau, die seit einigen Jahren nach der
Fratton-Methode arbeitet: (http://www.freie-schule-anne-sophie.de/paedagogik.html)
In vielen Schulen [sollen alle]
gleichaltrigen Kinder beim gleichen Lehrer mit dem gleichen Lehrmittel im
gleichen Tempo das gleiche Ziel zur gleichen Zeit gleich gut erreichen.
Kinder, die in diesem System den Anschluss verlieren, erfahren Sanktionen:
Sie müssen »nachsitzen«, »Nachhilfeunterricht« nehmen oder das
Schuljahr wiederholen oder – wenn sie besonders begabt sind – warten,
bis die »anderen auch soweit sind«. […] Lernen ist ein Existenzbedürfnis
des Menschen. Der Mensch lernt immer, vergleichbar dem kindlichen Spiel.
Kinder benötigen hierzu keine Anleitung. Sie spielen alleine, mit anderen
Kindern oder ihren Eltern. Sie entwickeln eigene Regeln, streben nach
Erfolg und verfolgen ihre Ziele mit großer Beharrlichkeit. Autonomes
Lernen funktioniert nach denselben Regeln. Die Lust zu lernen, die eigene
Neugier und der Wunsch nach Leistung sind drei wichtige Antriebskräfte,
mit deren Hilfe sich Menschen Wissensgebiete erschließen und Fertigkeiten
entwickeln. […] Aufgabe der Lernbegleiter ist
es, eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Kinder ihr Urbedürfnis des
autonomen Lernens frei entfalten können. Die Lehrer führen also keinen
Klassenverband durch einen vorgegebenen Lernstoff, sondern begleiten jede
Schülerin und jeden Schüler auf dem eigenen Lernweg. Aus diesem Grund
bezeichnen wir die Schüler als »Lernpartner« und die Lehrer als »Lernbegleiter«. Es
ist daher sinnvoll, schon die Grundschule umzustellen, denn die Schüler
wachsen in eine solche Lernhaltung am besten früh hinein. In
der Gemeinschaftsschule soll jeder Schüler (auch mit Förderbedarf - für
solche Schüler sieht das Ministerium zusätzliche Stellen vor) in jedem
Fach in seiner idealen Lerngeschwindigkeit sein bestmögliches Niveau
erreichen. Spätzünder haben auch in einzelnen Fächern die Chance, ein
oder zwei Jahre später noch durchzustarten. Alle Schüler dürfen ihr
eigenes (auch schnelleres) Tempo gehen, Schwächere können sich an den Stärkeren
orientieren und von ihnen lernen. Es gibt kein Sitzenbleiben, und statt über
Klassenarbeiten grobe Noten zu ermitteln, wird der Stand eines jeden Schülers
in jedem Fach genauestens festgehalten und fortgeschrieben. Da die Schüler
unterschiedlich schnell sind, wird es möglich sein, den
Hauptschulabschluss nach dem 9. oder 10. Schuljahr zu machen. Wie könnte denn das in Creglingen
aussehen? Eine
Gemeinschaftsschule in Creglingen könnte alle Creglinger Schüler
aufnehmen. Die einen würden nach der 9. oder 10. Klasse ihren
Hauptschulabschluss machen, die anderen nach der 10. Klasse ihren
Realschulabschluss, eine dritte Gruppe würde auf ein Gymnasium wechseln
oder - falls es möglich ist, eine dreijährige Sekundarstufe II
einzurichten - das Abitur in Creglingen ablegen. Wer sein Kind lieber nach
Klasse vier ins Gymnasium schicken möchte, hat mit Weikersheim nach wie
vor die Möglichkeit dazu. Schülern aus dem bayerischen Umland stehen die
Vorteile der Gemeinschaftsschule offen. Die
Gemeinschaftsschule ist eine rhythmisierte Ganztagsschule, das heißt, an
mindestens drei Nachmittagen findet Unterricht statt. Macht die Schule
ihre Sache gut, heißt das im Umkehrschluss, dass die Schüler, wenn sie
an diesen Tagen nach Hause kommen, keine Hausaufgaben mehr haben. Die
Stadt Creglingen ist an einer Gemeinschaftsschule interessiert, weil zu
befürchten steht, dass mit dem Wegfall der verbindlichen
Grundschulempfehlung auch die Hauptschule stirbt. Da aber der
Hauptschulabschluss für viele Jugendliche auch weiterhin die richtige
Option ist, müssten sie die Gemeinschaftsschule in Weikersheim besuchen,
die voraussichtlich übernächstes Jahr startet. Für unsere Hauptschüler,
die sich wirklich wacker schlagen, ihren Abschluss machen und auch
anschließend überwiegend eine Lehrstelle finden, ist eine
Gemeinschaftsschule in Creglingen eine gute Alternative. Dazu kommt, dass
wohl auch die Weikersheimer, die bisher ihren Realschulabschluss in
Creglingen absolviert haben, ebenso wie die bayerischen Schüler, die näher
an Weikersheim wohnen, im Zweifelsfall die dortige Gemeinschaftsschule
aufsuchen werden, da der Realschulabschluss (anders als der
Werkrealschulabschluss) dem der "echten" Realschule absolut
gleichwertig, der Weg nach Weikersheim aber kürzer ist. Das heißt: Mit
"nur" einer Grund- und einer Realschule wird der Schulstandort
Creglingen enorm unter Druck geraten. Der
örtlichen Wirtschaft bringt die Gemeinschaftsschule den Vorteil, dass die
Jugendlichen länger vor Ort sind und einen engeren Kontakt zu den Firmen
pflegen können. Besonders interessant wird es, wenn in Creglingen das
Abitur abgelegt werden kann. Das Schlimmste, was den Unternehmen, dem
Handel und dem Handwerk passieren könnte, wäre, wenn die Jugendlichen
nicht mehr vor Ort zur Schule gehen. Wer macht jetzt eine Gemeinschaftsschule
auf? Mit
dem Schuljahresbeginn 2012/13 werden die ersten 40 Gemeinschaftsschulen an
den Start gehen, unter anderem die Lernhäuser in Ahorn und Külsheim. Es
handelt sich dabei um Schulen, die sich seit langem auf den Weg gemacht
haben und sich mit großem Engagement in die Umstellung stürzen. Die Anträge
für das Jahr 2013/14 können nun gestellt werden. Schüler,
Eltern und Kommune können eine Gemeinschaftsschule wollen oder nicht,
doch der Impuls muss von der Schule ausgehen. Die Schule erarbeitet das
Konzept, das eingereicht wird, und die Schule muss die Umstellung dann
auch vollziehen. Lehrer müssen sich fortbilden, es muss geklärt werden,
welche Lehrer bereit sind, mit der fünften Klasse den Startschuss zu
wagen. Nur eine Schule, die eigene Ideen hat und bereit ist, grundlegend
umzudenken, kann zur Gemeinschaftsschule werden. Ob
in Creglingen eine Schule (Hauptschule und / oder Realschule) diesen
Schritt wagt, ist noch offen. Es gibt Signale in die eine oder andere
Richtung, aber ohne den Willen der Schule geht es nicht. Uns muss daran
gelegen sein, dass die Gemeinschaftsschule zum Erfolgsmodell für eine
wohnortnahe und qualitativ hochwertige Schule wird. Der Anspruch an eine
Gemeinschaftsschule mit integrativem Charakter ist pädagogisch enorm
hoch. Daher bringt es nichts, wenn sich Rektoren und Kollegien widerwillig
darauf einlassen, weil sie von der Kommune dazu gedrängt werden. Daher
heißt es wohl erst einmal abwarten und Tee trinken. Die
Zeit können wir nutzen, uns an die Vorstellung eines gemeinsamen Lernens
zu gewöhnen. Eltern, Großeltern und Urgroßeltern der Kinder von heute
haben allesamt das gegliederte Schulsystem durchlaufen. Sie müssen sich
erst an den Gedanken gewöhnen, dass alle Kinder gemeinsam in einer Klasse
sitzen. Es dürfte ihnen aber nach einigem Nachdenken nicht weiter schwer
fallen sich daran zu gewöhnen, denn
nachmittags spielen unsere Kinder ja auch miteinander, egal, welchen
Schulabschluss sie später machen.
Gwerzinsel
Kids Der
Umwelttipp: Luxushotel
für Insekten
Ein
Insektenhotel ist eine Nisthilfe oder ein Winterlager für Insekten wie
Fliegen und Wespen, aber auch für Spinnen und Ohrenzwicker. Einige dieser
Tiere wie z.B Wildbienen sind gefährdet oder sogar vom Aussterben
bedroht. Um
so ein Insektenhotel zu bauen, braucht man eine Kiste, eine alte Schublade
oder ein selbstgebautes Häuschen. Das füllt man mit verschieden großen
Röhren auf, z.B. Bambus oder Strohhalmen, mit Holzklötzen, die mit Bohrlöcher
versehen sind, mit Backsteinen, Stroh und Blättern. Abdecken kann man das
Hotel mit Ziegeln oder Dachpappe. Und an einem schönen Sonntagnachmittag werdet Ihr beobachten: Die ersten neugierigen Hotelgäste sind schon im Anflug!
Wir
sagen an dieser Stelle vielen herzlichen Dank an Doreen Federau und ihre
Familie, die in den vergangenen Jahren die Gwerzinsel Kids–Seite
eingeführt und betreut haben!
Denksport Timo,
Florian und Sven sind Brüder. Gemeinsam wollen sie einem Fußballverein
beitreten. Der Trainer will wissen, wie alt jeder ist, damit er sehen
kann, ob alle drei in der gleichen Mannschaft spielen können. Timo
antwortet: »Florian und ich sind zusammen 32 Jahre alt, Florian und
Sven sind zusammen 28 Jahre alt, und Sven und ich sind zusammen 30 Jahre
alt.« Wie
alt ist jeder der drei Brüder?* Schule!!! Gähn? Toll? Blöd? Meckern
gehört zur Schule wie die Schweißfüße nach dem Sportunterricht. »War
der Maier-Schmidt heute wieder schlecht drauf!« »Die Mathearbeit bei der
Müller war vielleicht fies!« Oft bleiben Negativerlebnisse hängen und
die guten Momente vergisst man schnell wieder. Wir
versuchen es einmal anders herum. Schreibt uns doch mal ein schönes
Schulerlebnis auf. Wenn Ihr darüber nachdenkt, fallen Euch bestimmt tolle
Sachen ein – eine spannende Unterrichtsstunde, ein gutes Gespräch, ein
Lehrer, der menschlich super reagiert hat. Schreibt
uns Eure Geschichte (Ihr könnt auch zeichnen, wenn Ihr wollt), und wir
veröffentlichen sie in einer der nächsten Ausgaben der Gwerzinsel. Schickt
Eure Geschichte bitte an: Gwerzinsel
/ Ute Schindler-Neidlein Lichtel
27 97993 Creglingen oder
per E-Mail an: ute-neidlein@t-online.de *Timo ist 17,
Florian 15 und Sven 13 Jahre alt
Anmerkungen
zur sogenannten Strukturreform der Polizei Wie
die meisten Leser inzwischen ja aus der Presse und anderen Medien wissen,
erfolgt in den nächsten Jahren eine sehr umfassende Umstrukturierung der
Polizei in Baden-Württemberg. Dazu will Innenminister Gall die bisherigen
34 Polizeidirektionen, die grundsätzlich deckungsgleich mit den
jeweiligen Landkreisen sind, komplett auflösen und dafür landesweit 12
große Polizeipräsidien schaffen. Erklärtes Ziel dieser Reform soll
sein, durch die Abschaffung dieser Führungsebene ca. 650 Beamte
einzusparen, die dann die Polizeiposten und Polizeireviere verstärken
sollen, wodurch – so die offizielle Darstellung – der besseren Bürgernähe
Rechnung getragen werden soll. Soweit,
so gut, sollte man meinen. Klingt auf den ersten Blick ja ganz vernünftig.
Die Erfahrungen der letzten Reformen zeigen allerdings, dass es bislang
noch nie gelungen ist, dadurch tatsächlich mehr Polizisten auf die
Polizeireviere bzw. die Straßen zu bekommen. Im Gegenteil – die Stäbe
wurden immer weiter aufgebläht. Und selbst wenn es dieses Mal wirklich
gelänge, diese 650 aus den Stäben „herausgeschwitzten“ Beamten auf
die 150 Polizeireviere und 350 Posten zu verteilen, so wäre das rein
rechnerisch gerade mal gut 1 Beamter. Von wegen eine zusätzliche Streife
pro Revier. Hier wird gewaltig Augenwischerei betrieben. Jetzt
muss man feststellen, dass diese Struktur - Landkreis auf der einen und
die Polizeidirektion auf der anderen Seite - sich wirklich bestens bewährt
hat, weil sich hier eine gewachsene Verzahnung zwischen
Polizeivollzugsdienst und Polizeibehörde gebildet hat, die äußerst
funktionsfähig ist. Das zeigt sich auch daran, dass der Main-Tauber-Kreis
zu den sichersten Kreisen nicht nur in Baden-Württemberg, sondern
bundesweit zählt. Die Aufklärungsquote liegt hier weit über dem
Durchschnitt. Aber auch die anderen Landkreise im Land liegen, was die
Kriminalitätsrate und die Aufklärungsquote anbelangt, im bundesweiten
Vergleich über dem Durchschnitt. Das heißt also, dass die bisherige
Struktur auch landesweit hervorragend funktioniert hat, eben auch, weil
sie noch übersichtlich ist. Kein Mensch kann jetzt so recht verstehen,
warum diese bewährten Strukturen ohne Not aufgelöst und in riesige unüberschaubare
Mammutbehörden zusammengefasst werden sollen. Keine
Frage, über Reformen in bestimmten Bereichen wie zum Beispiel der
Zusammenfassung der Technik, der überregionalen Schwerpunktsetzung in der
Organisierten Kriminalität oder der Schwerpunktbearbeitung hätte sich
sicherlich reden lassen. Aber alles weit weg von uns zu zentralisieren
bringt nicht mehr, sondern weniger Bürgernähe. Aber
nicht nur die Polizeidirektionen werden aufgelöst, auch die
Bildungseinrichtungen der Polizei werden an einem Standort –
voraussichtlich in Böblingen (direkt neben Daimler) – zusammengefasst
werden. Und
wie wird sich diese Reform jetzt auf den Main-Tauber-Kreis auswirken? Es
werden die vier Polizeidirektionen Tauberbischofsheim, Mosbach, Künzelsau
und Heilbronn zusammengefasst und zu einem Polizeipräsidium ausgebaut.
Der Sitz dieser Mammutbehörde mit dann über 1400 Bediensteten und einer
Fläche von über 4400 Quadratkilometer wird – wie sollte es auch anders
sein – in Heilbronn, also wieder im Ballungsgebiet, sein, was ein
weiterer immenser Nachteil für unseren ländlichen Raum ist, zumal der
Kreis allein in den letzten Jahren durch den Wegfall vieler
Bundeswehreinrichtung und der Verlagerung des Schulamts schon gewaltig
bluten musste. Konkret
werden allein in der Polizeidirektion Tauberbischofsheim 71 zum Teil hoch
qualifizierte Stellen wegfallen. Unter anderem wird dann auch die
Kriminalpolizei von 35 auf nur noch 15 – 20 Beamte reduziert. Nachdem
auch die Akademie der Polizei in Wertheim geschlossen wird, sind weitere
50 Stellen betroffen. Unser Kreis verliert dadurch also über 120
Arbeitsplätze, was dem Ausbluten unseres ländlichen Raumes weiter
Vorschub leistet. Es kann auch insofern kein Sinn darin gesehen werden,
weil in einem Einsatzfall die Kriminalbeamten, die dann zentral in
Heilbronn ihren Dienst verrichten, allein eine Stunde unterwegs sind, um
zum Tatort zu gelangen und danach wieder 1 Stunde zurückfahren müssten. Wenn
es die Landesregierung wirklich Ernst gemeint hätte mit der viel
beschworenen Stärkung des ländlichen Bereichs, hätte zumindest die
Akademie in Wertheim erhalten und ausgebaut werden müssen, zumal dort
alle Voraussetzungen vorhanden sind. Dort wurden in den letzten Jahren zig
Millionen in neue Dienstgebäude investiert und es gäbe genügend
Erweiterungsmöglichkeiten. Das krasse Gegenteil ist der Fall: Von allen 35 Landkreisen in Baden-Württemberg ist der Main-Tauber-Kreis der mit Abstand größte Verlierer dieser Reform – sollte nicht doch der Sitz einer noch einzurichtenden Verkehrspolizeidirektion nach Distelhausen kommen. Ein kleines Fünkchen Hoffnung besteht hier noch – und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Das
Geld regiert die Welt – und wer regiert das Geld?? FX
Concept ist der weltweit größte Hedgefonds, der sich auf die Spekulation
mit Währungen spezialisiert hat. Deshalb wird er mitverantwortlich
gemacht für den Absturz des Euro. Hedgefonds wie FX Concept verschlimmern
die Staatskrise in Griechenland und haben den Zusammenbruch von Irland
beschleunigt. Während Griechenland die Pleite droht, wird der Amerikaner,
der den Fonds managt, unter den bestverdienenden Fondsmanagern der Welt
geführt. Vorwürfe aus der Politik, er habe die Schuld, wenn ihr Land
pleite gehe, entgegnet er mit dem Hinweis, dass er mit dem Geld der
kleinen Leute, dem Volkskapital, arbeite. Nie habe ihn eine der deutschen
Pensionskassen, die bei ihm Geld investieren, angerufen und ermahnt: Wette
nicht gegen den Euro! Dies
ist ein Teil der desaströsen Auswüchse des weltweiten Finanzsystems. Während
der Wert aller weltweit im Jahre 2010 produzierten Güter und
Dienstleistungen 63 Billionen Dollar erreichte, wurden mit Devisengeschäften
955 Billionen Dollar bewegt, also das 15-fache des Bruttoinlandsproduktes
weltweit. Wenn man sich diese Zahlen anschaut, wird klar, dass einzelne
Staaten wenige Chancen haben, gegen die Währungsspekulanten, die ja keine
Güter und keine Werte produzieren, zu agieren. Selten
war die Spaltung der westlichen Gesellschaften tiefer, nie waren die
Einkommensunterschiede größer. In keiner Branche kann man so schnell
reich werden wie in der Finanzindustrie, wo Hedgefondsmanager viele
Millionen verdienen – manche sogar Milliarden – pro Jahr. Ob da das
Wort „verdienen“ noch angebracht ist? Oder ob es sich nicht um einen
– leider bisher gesetzlich legitimen – hemmungslosen Raubzug handelt? Gleichzeitig
fordern die Geldmarktmanager immer höhere Renditen. Wer ihre Erwartungen
nicht erfüllt, wird abgestraft, sein Aktienkurs sinkt, seine Kreditkosten
steigen. Die Unternehmen müssen diesen Forderungen nachkommen, sie drücken
die Löhne und halten die Belegschaften möglichst klein. Niedriglöhne
und Zeitarbeit sind die Folge – und am Ende des Berufslebens daraus
resultierende niedrige Renten, die nicht zum Leben reichen. Weil
die Gier der Manager an den Finanzmärkten trotz der erzielten
riesenhaften Gewinne immer noch nicht gestillt ist, haben sie das Geschäft
mit den Agrarrohstoffen entdeckt. Sie treiben die Preise für Lebensmittel
in die Höhe und stürzen Millionen Menschen in Armut und oft sogar in den
Tod. Laut dem Food-Price-Index der Welternährungsorganisation verteuerten
sich die Kosten für das Essen innerhalb eines Jahres um 39 Prozent, der
Getreidepreis allein um 71 Prozent. Für Amerikaner und Europäer, die
circa 13 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Lebensmittel ausgeben,
mag der Preisanstieg ärgerlich sein. Für die Armen der Welt aber, die 70
Prozent ihres kargen Budgets für ihre täglichen Mahlzeiten ausgeben müssen,
ist er lebensbedrohlich. „Unerwünschte Nebeneffekte“ nennen die
Manager der Märkte die Tatsache, dass sich die Ärmsten der Armen ihr
Essen nicht mehr leisten können. Wären es nicht Manager, sondern Generäle,
würden sie wohl von Kollateralschaden sprechen. Um
die ordentliche Funktionsweise der Rohstoff- und Finanzmärkte
wiederherzustellen, ist weltweit ein rasches politisches Handeln
notwendig. Frankreichs Präsident Sarkozy hat erkannt: Das Wesen eines
Marktes sei es, reguliert zu sein, ansonsten ist es ein Dschungel. Was wir
brauchen ist nicht eine „marktkonforme Demokratie“ (Angela Merkel),
sondern einen demokratiekonformen Markt!! Aber solange sich die USA und
Großbritannien gegen die Regulierung der Märkte sträuben, wird es
schwer werden, diese zu verantwortungsvollem Handeln zu bewegen. Wer also regiert das Geld??
Auflösung
des Rätsels, Ausgabe 2/2012 Die richtige Lösung lautete: Bild 1: Standorf-Oberndorf Bild 2: Niedersteinach Bild 3: Sechselbach 17 richtige Einsendungen konnten wir verzeichnen. Die glücklichen Gewinner sind: 1. Preis: Gerlinde Kreiselmeier aus Niedersteinach 2. Preis: Ilse Vogt ausArchshofen 3. Preis: Alfred Ehrmann aus Münster Herzlichen
Glückwunsch! Bilderrätsel
Ostern ist zwar vorbei, aber die geschmückten Brunnen gibt es noch. Wo finden wir die? Die richtige Antwort bitte an: Ute Schindler-Neidlein Lichtel 27 97993 Creglingen Natürlich können Sie den Abschnitt auch direkt bei obiger Adresse abgeben oder per Mail an ute-neidlein@t-online.de senden. Unter den richtigen Lösungen werden 3 Gewinner ausgelost. Einsendeschluss ist der 1. August 2012.
1.
Preis: Buch „Religion
in der Verantwortung“ von Helmut Schmidt 2. Preis: 1 Verzehrgutschein im „Blockhaus“ über 15 € 3. Preis: 10 EURO in bar
Bild 1
Bild 2
Bild 3
Die
Zukunft sieht nicht rosig aus
................ ...........,
wenn wir Meldungen lesen wie in den Fränkischen Nachrichten vom 17. März
2012 auf Seite 26, wo steht: „für den Main-Tauber-Kreis wird bis 2030
ein Bevölkerungsrückgang von 6,5% erwartet.“ Wohlgemerkt, diese 6,5%
sind Durchschnittszahlen. Was bedeutet, dass es Städte und Gemeinden im
Kreis gibt, die weniger Bürger verlieren, aber auch andere, die erheblich
mehr Bevölkerungsrückgang verkraften müssen. Und zu diesen
„anderen“ gehört Creglingen, das alleine im Jahr 2011 1,2% an
Einwohnern verloren hat. Würde dieser Trend anhalten, wäre bis 2030 ein
Einwohnerschwund von 21,6% zu befürchten – Creglingen hätte dann nur
noch 4000 Einwohner. Selbst
wenn es nicht ganz so schlimm kommt und wir „nur“ 15% Einwohner
verlieren, sind die Auswirkungen gravierend. Ein
Grund für diese Entwicklung ist der weiterhin anhaltende Strukturwandel
in der Landwirtschaft. Aus der Aufstellung des Statistischen Landesamtes
vom 24. April 2008 (neuere Zahlen liegen leider nicht vor) ist
ersichtlich, dass in Creglingen 1979 noch 517 landwirtschaftliche Betriebe
gezählt wurden, 2007 aber nur noch 224. Von diesen 224 Betrieben hatten
aber nur 139 eine Betriebsgröße über 20 ha – man kann getrost davon
ausgehen, dass in den letzten Jahren aus dieser Gruppe weitere Betriebe
– Fachleute sprechen von 15% - aufgegeben wurden. Aus
den Fränkischen Nachrichten vom 9. März 2012 konnten wir unter der Überschrift
„Ferkelbetriebe vor großem Umbruch“ lesen: „Eine weitere
Beschleunigung der Betriebsaufgaben erwartet die UEG durch die
Anforderungen an die neuen Haltungsbedingungen für Zuchtsauen ab dem Jahr
2013, denn vielen Betrieben fehlt schlichtweg das Geld, um die anstehenden
Umbaumaßnahmen in den Ställen umzusetzen.“ Werden Betriebe aufgegeben,
resultieren daraus weitere Leestände von Ställen und Scheunen in den
Ortslagen. Die
Folgen dieser Entwicklung „Strukturwandel plus Bevölkerungsrückgang“
sind für die Einwohner Creglingens erheblich. So werden die Kosten für
den Erhalt der Infrastruktur (Kindergärten, Schulen, Straßen, Wasser und
Abwasser, um nur einige zu nennen) pro Einwohner erheblich steigen, was
den eigentlich erforderlichen Zuzug von Neubürgern eher unwahrscheinlich
macht. Wer entscheidet sich schon für Creglingen, wenn woanders die
Kosten in den angeführten Bereichen nur halb so hoch sind. Wer baut, muss
sparen!! Könnten
uns „Bürger auf Zeit“, also Feriengäste, helfen, diese Belastungen
leichter zu tragen? Berechnungen haben ergeben, dass 30.000 Übernachtungen
so viele finanzielle Mittel in den regionalen Kreislauf bringen wie 100
zusätzliche Einwohner. Im angrenzenden Westmittelfranken, das mit den
gleichen Problemen zu kämpfen hat wie wir in Creglingen, hat man die
Zeichen der Zeit erkannt und setzt auf den Tourismus als bedeutenden
Wirtschaftsfaktor. Man ist dort überzeugt, dass Franken wegen seiner
kulturellen Sehenswürdigkeiten und der Vielgestaltigkeit seiner
Landschaft bei den Feriengästen geschätzt wird. Deshalb ist dort auch
mehr als die Hälfte der Fläche in Naturparks eingebunden. Der Naturpark
Frankenhöhe grenzt direkt im Osten und Norden an das Creglinger
Stadtgebiet, die Naturparks Altmühltal, Steigerwald und Haßberge sind
mit dem PKW in 45 Minuten locker zu erreichen. Wir
im Oberen Taubertal könnten mit den gleichen Pfunden wuchern. Aber wir
tun es nicht! Wenn über die Möglichkeiten der touristischen Entwicklung
für Creglingen gesprochen wird, hört man oft: „Das haben wir schon
versucht, das bringt nichts, da haben wir zu wenig davon:“ Das Gegenteil
ist der Fall! Wer es mit Engagement, kreativer Fantasie und einem steten
Bemühen um das Wohlergehen seiner Gäste anpackt, hat den verdienten
Erfolg. Bestes Beispiel ist die Creglinger Jugendherberge. Vor 30 Jahren
noch eine Einrichtung wie viele andere auch mit ca. 5000 bis 7000 Übernachtungen
im Jahr, werden dort heute dank professionellem Management 30000 Übernachtungen
im Jahr gezählt. Zufriedene Gesichter sieht man auch beim Besitzer des
Campingplatzes in Münster und bei so manchem Privatvermieter. Die freuen
sich über den wirtschaftlichen Erfolg – mit Recht, aber im Stillen. Die
Diskussion wird leider beherrscht von denen, die erhebliche strukturelle
Defizite im Angebot haben, deren Engagement für Werbung und für
das Wohlbefinden ihrer Gäste verbesserungsfähig ist und die in
den örtlichen Mitbewerbern leider nur den Konkurrenten sehen. Statt zu
erkennen, dass ein vielfältiges und großes Angebot für Gäste
attraktiver ist. Nicht zu vergessen auch jene, die die Übernachtungszahlen
nach unten korrigieren, um bei der Fremdenverkehrsabgabe oder gegenüber
dem Finanzamt zu sparen. Bleibt
abzuwarten, ob in Creglingen die Zeichen der Zeit erkannt werden. Oder ob
wir – wie schon so oft in unserer Geschichte – von der Entwicklung überrollt
werden. Noch haben wir es in der Hand, zu erreichen, dass unsere Zukunft
doch rosig aussieht.
Tageseltern in Creglingen Nachdem
das Land Baden-Württemberg die Zuschüsse für die Kleinkindbetreuung spürbar
erhöht hat, konnten auch in den Creglinger Kindergärten die zuletzt im
Sommer 2011 kräftig gestiegenen Beiträge wieder gesenkt werden: in der
Kleinkindgruppe in Creglingen von 299,- € für ein Kind in der Familie
(240,- / 181,- / 100,- € für zwei, drei oder vier Kinder) auf 210,- €
(174,- / 146,- / 92,-). In altersgemischten Gruppen kostet die Betreuung
etwa ein Drittel weniger. Das ist vor allem für die Mütter eine gute
Nachricht (meist sind es ja Mütter), die einer geringfügigen Beschäftigung
nachgehen wollen und sich die teure Betreuung schlicht nicht leisten können. Trotz
dieser Senkung ist für Mütter, die nach der Elternzeit stundenweise in
ihren Beruf einsteigen wollen, die Halbtagsbetreuung ihres unter drei
Jahre alten Kindes oft noch zu lang und zu teuer. Auch orientiert sich die
Arbeitszeit nicht immer an den Öffnungszeiten der Kindergärten. Eine
gute Alternative ist die Betreuung durch eine Tagesmutter. Tageseltern
werden seit einigen Jahren im Main-Tauber-Kreis vom Tageselternverein
ausgebildet, sind also besonders für die Betreuung der ganz Kleinen, aber
auch für die Ferienbetreuung von Kindergarten- und Schulkindern
hervorragend qualifiziert. Ein großer Vorteil ist ihre zeitliche
Flexibilität. Zudem hat das Kleinkind in der Tagesmutter eine feste
Bezugsperson neben den Eltern und findet in ihrer Wohnung die Ruhe und
Geborgenheit, die in dieser frühen Zeit für die Entwicklung besonders
wichtig sind. Man
kann eine Tagesmutter natürlich privat beauftragen, aber da die
Tagespflege von der Gemeinde und vom Kreis (mit Landesmitteln) finanziell
unterstützt wird, ist es sinnvoll, über das Jugendamt in
Tauberbischofsheim einen Antrag zu stellen. Dort wird nach einer
Kostenbeitragstabelle, in der Betreuungszeit und Einkommen der Eltern berücksichtigt
werden, der Beitrag berechnet. Eltern von Kleinkindern unter drei Jahren,
die ein Einkommen zwischen 2000 und 2500 € haben, zahlen beispielsweise
für täglich 1 bis 3 Stunden Betreuung (rund 60 Stunden monatlich) 46
€, für täglich 3 bis 5 Stunden (rund 100 Stunden monatlich) 147 €.
Eltern, die weniger als 1700 € verdienen, zahlen gar nichts. Tageseltern
erhalten vom Jugendamt einen 50-Prozent-Zuschuss zu ihrer Kranken-,
Pflege-, Unfall- und Rentenversicherung. Dennoch ist der Stundensatz zu
mager bemessen, als dass der Beruf auf Dauer attraktiv wäre. Daher wird
er überwiegend von Frauen mit eigenen kleinen Kindern ausgeübt, die später
wieder in ihren Beruf wechseln, oder von solchen, die über ihren Ehemann
abgesichert sind. Vereinzelt lassen sich auch Großmütter ausbilden, die
zunächst das eigene Enkelchen, später aber auch andere Kinder betreuen.
Derzeit steht im Raum, die Stundensätze gesetzlich anzuheben, man kann
also auf bessere Tarife hoffen. Wer sich für die Tätigkeit als Tagesmutter interessiert oder eine Tagesmutter sucht, kann im Rathaus nachfragen (Hauptamt, Frau Müller) oder sich direkt beim Tageselternverein informieren unter http://www.tev-main-tauber.de.
Und hier meldet sich wiederRumpelstilz
zu Wort Kennt Ihr die Bardei mit die drei Pinktli? Net drei Brozend., drei Pinkt! Richdich, die F.D.P. Die san ja immer fer a Ieberraschung guet. Doa erchert zuerscht der Zappelphilip die Mama der Republik und will den Gauck als Bräsident odder die Koalition is am End – iss si eichendlich scho lang. Der nächste Hammer: Die 10 € Braxisgebiehr misse wech! Vielleich gibt´s dann 10 %? A Schelm, wer etzt lacht. Abber der Oberhammer woar ja doch die Abstimmung in NRW. Hädde sie dort ´s Maul g´halte, sprich Stimmenthaldung, gäb´s koa Neiwahle und sie wäre noch a boar Joahr im Landdooch vertrete. Abber sou! Mir hebbe im letzte Joahrdausend ja a an Bostminister g´hott, dem sei anziche Aufgab in derre Legisladurperiode woar, sich und sei Ministerium selber aufzulease. Danoach woar die Bost als Aktieg´sellschaft auf´m Markt. Die Selbstaufleasung treibt etz die F.D.P. a, weil die Chance auf Eizuch in den nechste Landdooch stenna laut Umfroache 2 zu 100! Un des is koa gueti G´winnqote. Des moand Eier Rumpelstilz !
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